Demogebühren vor dem Oberlandesgericht

Demogebühren vor dem Oberlandesgericht

Seit einigen Jahren erhebt die Stadt Pforzheim als einzige Stadt in Baden-Württemberg gegen AnmelderInnen von Kundgebungen und Demonstrationen Verwaltungsgebühren für das erteilen von Auflagen. Diese Gebühren fangen bei 20,- Euro an und können bis zu 150,- Euro betragen. In einem Gerichtsverfahren gegen diese Praxis, das 2007 vor dem Karlsruher Verwaltungsgericht stattfand, verlor die Stadt in erster Instanz, da das Gericht der Argumentation der KlägerInnen folgte, dass Demogebühren einen drastischen Eingriff in die Versammlungsfreiheit darstellen. Die Stadt Pforzheim legte jedoch gegen dieses Urteil Revision ein. Die Verhandlung ist am 21.01.2008 um 10.00 Uhr im Oberlandesgericht Mannheim.

Was sind Demogebühren?

Seit einigen Jahren erhebt die Stadt Pforzheim als einzige Stadt in Baden-Württemberg gegen AnmelderInnen von Kundgebungen und Demonstrationen Verwaltungsgebühren für das erteilen von Auflagen. Diese Gebühren fangen bei 20,- Euro an und können bis zu 150,- Euro betragen. In einem Gerichtsverfahren 2007 vor dem Karlsruher Verwaltungsgericht rechtfertigte der juristische Vertreter der Stadt Pforzheim die Verwaltungsgebühren mit dem „Verwaltungsaufwand“ der Behörde, schließlich würde ja auch auf die Erteilung einer Baugenemigung eine Gebühr erhoben. Das eine Demonstration im Gegensatz zu einem Hausbau nicht genehmigungspflichtig ist, sondern lediglich anmeldepflichtig wird in der Argumentation der Stadt nicht bedacht.

Bei einer antifaschistischen Demonstration am 23. 02. 2005 gegen den Fackelmarsch der Neonazis in Pforzheim wurden Verwaltungsgebühren in Höhe von 150,- Euro erhoben.
Bei einer antifaschistischen Demonstration im Juli 2005, gegen Naziaufmärsche, waren es Verwaltungsgebühren in Höhe von 20,- Euro.
Im März 2007, bei einer geschichtlichen Kundgebung bei der ehemaligen Adolf-Hitler- Schule, heutige Nordstadtschule, waren es Gebühren in Höhe von 100,- Euro.

Bei den Klagen gegen die Demogebühren hatten die AnmelderInnen zweier antifaschistischer Veranstaltungen in Pforzheim vor dem Karlsruher Verwaltungsgericht Erfolg.
Das Gericht wies die Forderungen der Stadt Pforzheim zurück, die Anmeldung von Demonstrationen mit Gebühren zu belegen.
Auch in Bayern oder Hessen gab es den Versuch von Behörden „Demogebühren“ zu verlangen. Die obersten Gerichte entschieden jedoch gegen die Gebührenerhebung. Demonstrieren bzw. Versammlungsfreiheit muss weiterhin ein Grundrecht bleiben, dessen Gebrauch nicht von den eigenen finanziellen Möglichkeiten abhängten darf.
Weitere Infos findet ihr unter
http://demogebuehren.blogsport.de/

Freiheit stirbt mit Sicherheit — für unkontrollierte Versammlungen!

Freiheit stirbt mit Sicherheit — für unkontrollierte Versammlungen!

Am Samstag, den 13. Dezember 2008, fand mit 2.500 TeilnehmerInnen die erste große autonome Demo in Freiburg seit der Love or Hate-Parade am 1. Mai 2007 statt. Im Anschluss an die Demo gab es ein Straßenfest im Quartier Grün und ein Festival im Autonomen Zentrum KTS Freiburg. Die KTS hatte zusammen mit anderen Gruppen zur Demonstration gegen das geplante neue baden-württembergische Versammlungsgesetz aufgerufen. Die Demonstration war Teil einer Kampagne des Antifaschistischen Aktionsbündnis Baden-Württemberg (AABaWü). Zuvor fanden am 29. November in Mannheim und am 6. Dezember in Stuttgart Demonstrationen statt. Im Gegensatz zu diesen wurde die Demonstration in Freiburg bewusst nicht angemeldet.

Im Vorfeld der Demonstration wurde aufgrund gezielter Pressearbeit die Einschränkung der Versammlungsfreiheit sowohl in unkommerziellen als auch in kommerziellen regionalen Medien thematisiert. Wir haben unsere Bereitschaft zur Deeskalation durch ein informelles Gespräch mit der Polizei signalisiert und dieses Vorgehen durch ein Communiqué für alle transparent gemacht. Gleichzeitig haben wir unsere Kritik am geplanten Versammlungs- und am bereits beschlossenen Polizeigesetz durch Hintergrundtexte, bildliche Darstellungen und Infoveranstaltungen offensiv in die Öffentlichkeit getragen und damit für die unangemeldete Demonstration ausgehend vom Weihnachtsmarkt mobilisiert.

Der Weihnachtsmarkt wurde als Auftaktort gewählt, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Außerdem wurde damit der Vorrang der Versammlungsfreiheit vor den kapitalistischen Interessen der Freiburger Geschäftsleute betont. Mit dem geplanten Versammlungsgesetz sollen die Interessen Dritter weiter gestärkt und damit die Versammlungsfreiheit weiter eingeschränkt werden.

Zwei Tage vor der Demonstration provozierte das Amt für öffentliche Ordnung mit einer Allgemeinverfügung, die Demonstrationen in der Innenstadt verbieten sollte: „Das öffentliche Interesse der Allgemeinheit, von der Versammlung nicht beeinträchtigt zu werden, überwiegt das Interesse der Demonstrationsteilnehmer“. Wir hatten im Vorfeld klargestellt, dass wir keinen Angriff auf den Weihnachtsmarkt und die Innenstadt geplant haben. Wir haben uns an diese wie auch an fast alle anderen Ankündigungen gehalten. Absurde Auflagen sollten beispielsweise „die Beschallung [..] auf den unmittelbaren Versammlungsbereich [..] beschränken“. Das war völlig unnötig, denn nach der Hälfte ging unsere Anlage sowieso kaputt, so dass wir leider das Pippi Langstrumpf-Lied nicht – wie angekündigt – spielen konnten. Zum Glück hatte die Polizei ein Megafon dabei, so dass am Bertoldsbrunnen eine Rede gehalten werden konnte.

In der Begründung der Allgemeinverfügung lügt das Amt für öffentliche Ordnung. Wieder wurde die angeblich „eingeschlagenen Scheibe“ einer Tram bei der Antirepressionsdemo am 18.12.2004 aufgeführt. Bereits am 09.07.2007 gab eben dieses Amt in einer Antwort auf eine kleine Anfrage zu den Auflagen der Love or Hate-Parade am 1. Mai 2007 zu, dass bei der Antirepressionsdemonstration „keine Scheibe an einem Straßenbahnfahrzeug zu Bruch“ ging. Und beim DIY-Festival im Hochsommer 2006 sollen Nikoläuse anwesend gewesen sein, deshalb wurden Nikolauskostüme verboten.

Es gab Vorkontrollen sowohl auf der A5 als auch in Freiburg selbst. Ein Bus aus Frankfurt wurde auf der Suche nach „Vertretern des Schwarzen Blocks“ von der Polizei gestoppt. Die Polizei kontrollierte in der Innenstadt Personen, die sie der linken Szene zuordnete, und beschlagnahmte Fahnenstangen. Ausgerechnet die Clowns, deren einziges Vergehen Satire ist, wurden durchsucht und schikaniert. Ein Punk wurde bei einer Vorkontrolle in Gewahrsam genommen, weil er seinen Ausweis angeblich zu langsam vorzeigte. Durch die Festnahme erlitt er Schürfwunden im Gesicht und an den Handgelenken.

Um 14 Uhr wurden dem Einsatzleiter der Polizei und dem Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung die Route Rathausplatz, Merianstraße, Schiffstraße, KaJo bis zur Zwischenkundgebung am Bertoldsbrunnen mitgeteilt. Während einer Rede gegen die zunehmende Überwachung wurde dort versucht, die weitere Route mitzuteilen. Aufgrund des unkooperativen Verhaltens des Leiters des Amtes für Öffentliche Ordnung wählten wir aus Deeskalationsgründen eine Route durch das Bermuda-Dreieck. Die Demonstration gewann noch einmal an Dynamik und lief durch die Löwenstraße, Niemensstraße, Universitätsstraße in die Bertoldstraße am Platz der Alten Synagoge vorbei über die Moltkestraße in die Belforstraße ins Grün.

Die Polizei lief im vorderen Teil der Demonstration teilweise sehr eng am Rand des Demonstrationszugs. Im Bereich der Universitätsstraße vermummten sich viele PolizistInnen und provozierten so die DemonstrationsteilnehmerInnen. Grundsätzlich gab es, abgesehen von den Vorkontrollen und der Gewahrsamnahme, wenig Stress von Seiten der Polizei. Sie war komplett überflüssig.

Es flogen Böller und gegen das ehemalige Hauptquartier der Gestapo – dem heutigen Regierungspräsidium – Farbbeutel. Es gab viele aufwändig gestaltete Transparente und treffende Sprechchöre hauptsächlich zum Thema Überwachung und Repression, aber auch zum Mord an Alexandros Grigoropoulos am 06.12.2008 in Athen. Über 4.000 Faltblätter mit Hintergrundinformationen zum bereits beschlossenen baden-württembergischen Polizeigesetz, dem geplanten neuen Versammlungsgesetz und zu einer Analyse der Überwachungsgesellschaft wurden an PassantInnen verteilt. Neben zahlreichen Autonomen im schwarzen Block nahmen viele Studierende und SchülerInnen an der Demonstration teil. Auch Fußballfans, ältere Leute, besorgte DemokratInnen und spontan auch viele PassantInnen demonstrierten für Versammlungsfreiheit.

Auf dem anschließenden Straßenfest gab es anlässlich des bundesweiten Aktionstages zum mg-Prozess einen Redebeitrag in Solidarität mit den von §129/a/b-Verfahren betroffenen GenossInnen, Musik und VoKü, ein Goa-Zelt, eine wärmende Feuertonne und Bengalos. Ein Nazi provozierte die BesucherInnen des Straßenfestes mit einem „Thor Steinar“-Pullover und wurde von einem Zivilpolizisten beschützt. Beide wurden vertrieben. Der Zivilpolizist war bereits am 25.11.2008 bei den Protesten gegen die NATO-Rekrutierungsveranstaltung und am 11.12.2008 an der KTS aufgefallen. Nach dem Straßenfest fand in der KTS ein gut besuchter Konzertabend mit mehreren Live-Bands statt.

Die Demonstration war ein voller Erfolg. Die Mobilisierung hat viele Menschen motiviert ihren Protest gegen das Versammlungsgesetz auf die Straße zu tragen. Die positive Außenwirkung kam wesentlich durch den Mix aus Autonomen-schwarz und Freiburg-bunt zustande. Die Demonstrierenden wiesen die Einschüchterungsversuche der Stadt Freiburg ganz praktisch zurück und versammelten sich wann und wo sie wollten. Die Nichtanmeldung war ein wichtiges politisches Signal dafür, dass wir schon das bisherige Versammlungsgesetz nicht respektieren, vom geplanten ganz zu schweigen. Wir sind alle gegen das Versammlungsgesetz und für unkontrollierte Versammlungen!

Großdemonstration gegen das neue Verammlungsgesetz in Baden Württemberg

Rund 4.000 Menschen demonstrierten am 6.12.2008 in Stuttgart gegen das geplante neue baden-württembergische Versammlungsgesetz. Wie schon am vorigen Wochenende in Mannheim zeigte sich erneut, dass im Südwesten Demonstrationen scheinbar nur unter repressiven Auflagen, Absprachen, Kontrollen und Überwachung durchführbar sind. Diesen Zustand hat sich die Staatsgewalt über Jahre hinweg erkämpft und versucht ihn nun per Parlamentsbeschluss zu legitimieren. Gegen die Pläne der CDU/FDP-Regierung fand in Stuttgart im Rahmen der AABaWü-Kampagne „Freiheit stirbt mit Sicherheit!“ eine Großdemonstration statt.

Ein Spaltungsversuch von CDU-Innenminister Rech scheiterte: Die Gewerkschaften nahmen das Angebot eines Sonderstatus im neuen Versammlungsgesetz nicht an. Die von einem breiten Bündnis organisierte Großdemonstration war nach zwei Demonstrationen (1 | 2) in Mannheim die dritte Demonstration der der AABaWü-Kampagne gegen das Versammlungsgesetz. Im Rahmen dieser Kampagne fanden außerdem in verschiedenen Städten Baden-Württembergs Infoveranstaltungen zum neuen Versammlungs- und Polizeigesetz statt. In Freiburg ist für den 13.12.2008 eine unangemeldete Demonstration gegen das Versammlungs- und Polizeigesetz geplant, Treffpunkt ist um 14 Uhr auf dem Rathausplatz.

In der gesamten Stuttgarter Innenstadt patrouillierten Polizeitrupps und führten die in Baden-Württemberg üblichen Vorkontrollen durch, dabei wurden diverse „Demo-Utensilien“ beschlagnahmt. Auf Grund der schikanösen Auflagen musste die Demonstration ohne Lautsprecherwagen durch ein fast menschenleeres Stadtgebiet laufen. Ein extra aus Hessen angereister und als Wasserwerfer „getarnter“ Wagen durfte nicht auf der Demonstration mitfahren. Das martialische Polizeiaufgebot schreckte viele PassantInnen von einer Teilnahme an der Demonstration ab.

Revolution statt Kontrolle! Für eine befreite Gesellschaft!

Die Demonstration wurde von einem kleinen Bündnisblock, gefolgt von zwei großen antikapitalistischen Blöcken angeführt, welche teilweise von mehreren Reihen BFE begleitet wurden. Mehrmals versuchten vermummte, behelmte und paramilitärisch auftretende Bullen-Greiftrupps die Demo anzugreifen. Ihr Vorhaben, einzelne DemonstrationsteilnehmerInnen aus der Demo herauszuziehen, scheiterte. Die Angriffe wurden mit Farbbeuteln, Bengalischen Feuern und Feuerwerkskörpern beantwortet.

Die Demonstration wurde des Öfteren von den rund 500, teilweise maskierten, Bullen gestoppt. Als Vorwand wurden vermummte DemoteilnehmerInnen und zusammengeknotete Transpis genannt. Die Polizei provozierte immer wieder, indem sie kleinlich auf die Einhaltung der Auflagen bestand.

Trotz dieser Widrigkeiten war die Demonstration laut und kraftvoll. Die Breite des Bündnisses konnte mit einer Demolänge von rund 300 Metern und den vielen verschiedenen Transparenten gut vermittelt werden. Mit etwa 2.000 schwarz gekleideten DemoteilnehmerInnen war es – rein äußerlich betrachtet – die zahlreichste autonome Beteiligung an einer Demo in Baden-Württemberg seit vielen Jahren.

Nach der Abschlusskundgebung patrouillierten erneut Bullentrupps in der Stuttgarter Innenstadt und im Hauptbahnhof. Dort wurden noch mindestens vier Menschen brutal in Gewahrsam genommen. Ihnen wird Beleidigung, Widerstand und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen. Durch die Demonstrationen in Mannheim und Stuttgart zeigt sich, dass es gegen das Vorhaben der Landesregierung breiten und massiven Widerstand gibt.

Für mehr unkontrollierte Versammlungen!
Gegen Polizeistaat und Überwachung

Demonstration gegen das neue Versammlungsgesetz in Mannheim

Heute demonstrierten in Mannheim ca. 1000 Menschen gegen die geplanten
Verschärfungen des Versammlungsgesetzes in Baden-Württemberg. Ein
großer Teil der TeilnehmerInnen beteiligte sich an dem
antikapitalistischen Block, zum dem linke und antifaschistische Gruppen
aus der Rhein-Neckar-Region aufgerufen hatten.

Eine Sprecherin des Ak Antifa Mannheim zum antikapitalistischen Block:
“Wir haben zum antikapitalistischen Block aufgerufen, um klar zu machen,
dass es uns nicht
nur darum geht, ein weiteres repressives Gesetz zu bekämpfen, sondern um
eine grundsätzliche Kritik kapitalistischer Vergesellschaftung und ihrer
polizeistaatlichen Absicherung. Das neue Versammlungsgesetz ist im
Kontext von BKA-Gesetz, Bundeswehreinsätzen im Inneren und
Vorratsdatenspeicherung zu sehen. Es ist Teil einer umfassenden
polizeistaatlichen Aufrüstung. Dies geschieht vor dem Hintergrund seit
Jahren anhaltender Angriffe auf die Lebensbedingungen weiter Teile der
Bevölkerung, durch Studiengebühren, Sozialabbau und Ausdehnung des
Niedriglohnssektors und weitere Zumutungen. Es zeigt sich, dass
Sozialabbau und Polizeistaat zwei Seiten derselben Medaille sind.
Hiergegen werden wir auch weiterhin Widerstand organisieren.

Die Demonstration wurde von Anfang an von einem massiven Polizeiaufgebot
mit Pferden sowie vermummten und behelmten PolizistInnen begleitet, die
schon zu Beginn die TeilnehmerInnen schikanierten. Während der
Demonstration kam es immer wieder zu Übergriffen; ein Polizist schlug
einem Demonstranten ins Gesicht. Durch filmen der DemonstratInnen
versuchte die Polizei diese einzuschüchtern und zu kriminalisieren.

Im Anschluss an die Demonstration eskalierte die Polizeigewalt völlig.
Bei einer Spontandemonstration nach der Abschlusskundgebung auf dem
Alten Messplatz versetzten die paramilitärisch auftretenden
Polizeieinheiten den Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West in einen
Ausnahmezustand: Vermummte Polizeitrupps patrouillierten in den
Querstraßen zur Waldhofstraße und kontrollierten und verhafteten
TeilnehmerInnen, wobei es zu gewaltsamen Übergriffen durch die Polizei
kam. Aus einem Plus-Markt in der Waldhofstraße wurden vermeintliche
Versammlungsgesetz-GegnerInnen an den Haaren heraus gezerrt. Vor der
gegenüberliegenden Commerzbank kam es zu Festnahmen, bei denen ein
Polizist einem am Boden Gefesselten mit dem Knie ins Gesicht trat. Die
Festgenommenen mussten ihre Jacken ausziehen und mehr als eine Stunde in
der Kälte gefesselt auf dem Boden ausharren. An der Ecke
Waldhofstraße/Alphornstraße setzten ebenfalls vermummte Polizeieinheiten
eine Gruppe von Personen fest, die während der Durchsuchung ihrer
Taschen Beschimpfungen und Schlägen ausgesetzt waren. Eine weitere
Personengruppe wurde an der Ecke Pflügersgrundstraße/Gartenstraße
festgehalten. PassantInnen, die sich über den Polizeieinsatz empörten,
wurden von BFE-Sondereinheiten ohne Vorwarnung geschlagen. Darüber
hinaus wurden PresseverteterInnen mit Gewalt an ihrer Arbeit gehindert.
Insgesamt wurden mindestens 12 Personen festgenommen und
zwischenzeitlich in der JVA festgehalten.

Eine Sprecherin des AK Antifa Mannheim dazu: “Der Polizeieinsatz hat
gezeigt, dass politischer Widerstand in Baden-Württemberg schon heute
mit allen Mitteln unterdrückt wird. Das geplante Versammlungsgesetz soll
Repressionsorganen weitere Möglichkeiten schaffen, gegen unerwünschte
Proteste vorzugehen. Die Polizei hat heute gezielt die Außenwirkung der
Demonstration eingeschränkt und TeilnehmerInnen schikaniert und bedroht.
Der heutige Einsatz zeigt, wie nötig es ist, Widerstand gegen das
Gesetzesvorhaben der Landesregierung zu organisieren. Dennoch stellt die
heutige Demo eine starken Auftakt für weitere Aktionen gegen das
Versammlungsgesetz dar.”

Terminhinweise:
Weitere Demonstrationen gegen das Versammlungsgesetz am 6.12.2008 in
Stuttgart und am 13.12.2008 in Freiburg statt.

Presseerklärung des AK Antifa Mannheim

News

Gegen die Praxis der Botschaftsvorführungen!

Für die Freiheit von Tschabagnan Ayeva!

Am 25. März versammelten sich 40 Leute in Mannheim zu zwei Kundgebungen sowie einer Spontandemo, um gegen die Inhaftierung und die drohende Abschiebung von Tschabagnan Ayeva zu protestieren, sowie Botschaftsvorführungen und das Migrationsregime im Allgemeinen.
Tschabagnan Ayeva wird seit Anfang Februar im Abschiebeknast gefangen gehalten.
Festgenommen wurde er, weil er mehrmals bei dem Abholtermin für eine Sammelanhörung
der togolesischen Botschaft nicht im Asylheim war. Bei Botschaftsvorführungen werden
Flüchtlinge, die nicht abgeschoben werden können, weil Ihnen die Dokumente fehlen,
mit Drohungen, Sanktionen bis hin zu Abschiebehaft gezwungen, bei einer Delegation
ihres Herkunftlandes zu erscheinen. Diese dienen dem Zweck, dass dem oder der
Asylsuchenden „Heimreisepapiere“ ausgestellt werden um ihn/sie möglichst schnell
abzuschieben. Die oft äußerst fraglichen Delegationen erhalten dabei pro
ausgestellten Papieren bis zu mehreren hundert Euro von den deutschen Behörden.

Die erste Kundgebung fand auf dem Paradeplatz statt. Dort hielt als erstes der
Bruder des Gefangenen einen Redebeitrag, danach folgten zwei Weitere zum Thema
Botschaftsvorführungen und Abschiebepolitik im allgemeinen.
Der Kundgebung am Paradeplatz, die von einem überzogenen Polizeiaufgebot (einschließlich Gefangenentransporter und Pferden) überwacht
wurde, folgte eine Spontandemo zur Justizvollzugsanstalt, in der auch der
Abschiebeknast untergebracht ist.

Dort gab es wieder Redebeiträge und Parolen, die von „Freiheit“-Rufen hinter der
grauen mit Stacheldraht gesicherten Mauer zum Abschiebetrakt ergänzt wurden.

Sofortige Freilassung von Ayeva!
Gegen Abschiebehaft und Abschiebungen!
Gegen die Praxis der Botschaftsvorführungen!
Bleiberecht für Alle!
No Border – no Nation!!!!

Di. 01.04. Infoveranstaltung zu Struktur und Aktivitäten der NPD/JN Karlsruhe

Die NPD bereitet sich auf die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg im Frühjahr 2009 vor. Die NPD Karlsruhe kündigte dazu kürzlich eine “Informationsoffensive 2008″ an, die u.a. monatliche Verteilaktionen und Treffen in Bruchsal, Karlsruhe und Pforzheim beinhalten soll. Am 02. März fand darüber hinaus im Raum Karlsruhe der Landeskongress der JN Baden-Württemberg statt.

Es gilt sich also auch in Karlsruhe auf ein verstärktes Autreten der NPD und ihrer Jugendorganisatation JN vorzubereiten. Die Antifa Karlsruhe möchte euch daher am Dienstag, 01. April über die Aktivitäten und Strukturen der NPD und JN Karlsruhe informieren. Die Veranstaltung beginnt um 19.30h mit einem Vortrag in der Planwirtschaft.

Planwirtschaft in der Werderstraße, Karlsruhe – Südstadt | 19:30Uhr | Infos

Jüdische Schüler in Angst


Polylog juedische schueler @ www.polylog.tv/videothek

Zündel-Anwältin muss dreieinhalb Jahre in Haft

(mehr…)

Kampagne „Gegen jeden Geschichtsrevisionismus“ – Terminübersicht

Sa, 12.01. | 14:00 Uhr | Leopoldplatz | Auftaktkundgebung “Let’s get it on – deutsche Opfermythen dekonstruieren”

Do, 24. 01 | 19:00 Uhr | Kulturhaus Osterfeld |Vortrag “Zukunft der Vergangenheit”

Sa, 2. 02. | 18:00 Uhr | Infoladen im Cafe Havana | VoKü & offenes Antifa-Plenum

Do, 14.02 | 19:00 Uhr & Sa, 16.02 | 17:00 Uhr
Filmvorführungen im Kommunalen Kino

SüdOsten …natürlich wollten wir die Welt verändern
Die Bilder bleiben – Zur Geschichte der Zwangsarbeiter in Kassel und Region

Do, 21.02 | 19:00 Uhr | Cafe Havana | Vortrag über die Naziszene in Baden-Württemberg & Last Infos zum Aktionstag

Sa, 23. 02. Aktionstag

ab 10:00 Uhr dezentrale Aktionen – Dauerkundgebung auf dem Marktplatz
ab 16:00 Uhr Demo “Gegen jeden Geschichtsrevisionismus”

mehr infos unter: bka.blogsport.de